erst feist, dann andrew bird. gastaufrtitte in einschlägigen kinderplüschtiersendungen sind mal wieder voll hip und dazu noch pädagogisch wertvoll….. wer weiß wer als nächstes darf.
erst feist, dann andrew bird. gastaufrtitte in einschlägigen kinderplüschtiersendungen sind mal wieder voll hip und dazu noch pädagogisch wertvoll….. wer weiß wer als nächstes darf.

grade rotiert im virtuellen plattenteller:
teitur
&
two gallants
der nostalgie wegen
& ab und zu
das neue whitest boy alive album,
von dem ich noch nicht vollständig überzeugt bin,
aber das ist eine andere geschichte.
Ich mag keine actionfilme.
Dachte ich bis jetzt. Ihrem genre haftete meiner meinung nach immer so eine gewisse inhaltslosigkeit an. Aber weit gefehlt. Denn es geht auch anders.
Das beweist die neue batmanverfilmung „the dark night“ von christopher nolan.
Als besucher des ersten teils, der schon recht gelungen war, fragte man sich natürlich, wie die fortsetzung aussehen würde.
In diesem neuen Streifen, der sich auf den ersten Blick einreiht in eine vielzahl von comic- verfilmungen der letzten zeit, wird, wie es sich gehört, wild durch die gegend geschossen, autos (speziell schulbusse) fliegen durch die luft und die übliche actionregister werden gezogen. Herausragend daneben ist die Inszenierung des „bad gys“, dem jocker.
Wie nolan den jocker in diesem film inszeniert, wift ein völlig anderes, neues licht auf diese figur und gewinnt ihr eine hochkomplexe seite ab. Das böse ist selten so meisterhaft bösartig und brutal in szene gesetzt worden. So moral- und gewissenlos. so unberechenbar.
Da die rollen bei batman- (wie auch bei allen anderen superhelden-)filmen von anfang an klar verteilt scheinen, gibt es von anfang an eine klassische gut-böse-zuweisung. Die seiten und die rollen der figuren, die sie verkörpern, scheinen von anfang an klar auf der hand zu liegen. Dass es aber auch vielschichtiger geht, zeigt nolan mit seinem film auf eine oft subtile weise.
Ich werde hier bewußt den teil weglassen, der eine inhaltsangabe des filmes liefert, dazu gibt es andere quellen. Was meiner meinung nach das geniale an diesem film ist, ist nicht nur die geschickte verbindung zwischen inhalt und aussage, der verbindung zwischen einem actionfilm und einem, der eine tiefere philosophischere ebene beleuchtet.
Das geniale ist, dass der jocker selbst feststellt, dass es ihn als figur, als gegenspieler batmans, nur dann geben kann, wenn es batman gibt. so stellt es jedenfalls heath ledger, der den jocker spielt, in einem der wenigen gespräche zwischen batman und dem jocker fest. so viel selbstreflexion von einer comicfigur ist neu.
das perfide an der figur des jockers ist, dass er sich selbst als den schatten batmans sieht, der ihm überall hin folgt, und von ihm zehrt. Er richtet auf so eine nahezu simple wie „geniale“ weise chaos in einer großstadt an, dass sich jeder fragt, wer ist diese figur, was will sie? Dafür wird es aber keine erklärung geben. Und das genau ist das besondere und das ass im ärmel des jockers. Er ist identitätslos, nicht zu fassen für die menschen von gotham city, die nach einem gesicht, nach einem menschen hinter dem skrupellosen verbrecher suchen. Diesen gibt es aber nicht. Denn der jocker ist die maske der maske. Er spielt sich selbst und ist daher nicht zu erkennen. Er gibt sich allen per video-botschaften zu erkennen, spricht zu den menschen und droht ihnen gewalt an. Wer er aber wirklich ist, weiß keiner. Das stellt ihn damit auf dieselbe stufe mit batman. Beide sind zwei von der gesellschft ausgestoßene, im „outback“ lebende gestalten, von denen man nicht zu sagen mag, wer sie sind und was sie wollen. Das macht sie besonders und ungreifbar zugleich.
Ich möchte, ohne zuweit gehen zu wollen, die figur des jockers, so wie sie in nolans verfilmung dargestellt wird, bezeichnen als eine neue mephistogestalt, der seinen gegenspieler genau durchschaut und zugibt, ohne ihn nicht existieren zu können. das ist gleichzeitig seine größte schwäche, aber auch seine größte stärke. Diese zwiespältigkeit innerhalb einer figur macht sie so vielschichtig und interessant.
Es ist ganz einfach. Der jocker, will die menschen davon überzeugen, dass sie nicht mehr an das gute glauben können. Er nimmt sich selbst nicht ernst, wie es die „normalen“ gauner seines faches tun und verletzt damit die regeln, die es auch unter verbrechern gibt. Denn, wie es der joker geschickt feststellt, spielen alle mit regeln. Batman allen voran, der nur eine regel hat, niemals einen menschen zu töten. die polizisten, selbst die verbrecher spielen nach ihren eigenen regeln. Der jocker aber hat keine regeln, an die er sich hält. Keinen plan, den er verfolgt, keine strategie, mit deren hilfe man ihn vielleicht durchschauen könnte. Das macht ihn als verkörperung des bösen so besonders und zwiespältig, weil nicht durchschaubar.
Der beste actionfilm, den ich seit langem gesehen habe. Er wird lange seines gleichen suchen.
Und ich habe meine meinung nun doch noch geändert.
Mitte mai erscheint das neue album von the notwist the devil, you+me.
Und ich finde es jetzt schon großartig.
Sechs jahre hat es gedauert. The notwist haben sich also viel zeit genommen.
Und das hört man. Wie schon bei den vorgängern neon golden und shrink, legen die weilheimer auch auf dem neuen album viel wert auf details und ausgefeilte arrangements. da steigern sich bläserakkorde in langen crescendi bis ins unermeßliche, um sich dann, der-stille-nach-dem-schuss-gleich, aprupt ins nichts aufzulösen. das sei als nur als ein detail herausgegriffen. dieses fügt sich mit vielen anderen dann zu einem gesamtklang zusammen, der an manchen stellen fast schon zwingend logisch, und dabei gleichzeitig so harmonisch erscheint, dass man gar nicht weiß, wohin mit seiner freude über die einzelnen lieder.
wie immer bei the notwist:die drei schaffen einen gekonnten spagat zwischen mit instrumenten eingespielten sequenzen und deren digitaler bearbeitung, vielen knister-geräuschen-the notwist sind meiner meinung nach die erfinder und “meister” bewußt eingebauter musikalischer knackgeräusche-und rein mit dem computer produzierter musik. trotzdem wirkt das ganze nicht zu verkopft oder gefrickelt.
ein element, was wohl alle notwist-alben, auch die frühen krachigen bis noisigen sachen auf nook und 12, durchzieht und verbindet, ist die “notwist-typische” melancholische und manchmal traurige grundstimmung. achers gesang ist melancholie in stimmlicher realisierung. damit vertreten the notwist die vielzitierte deutsche melancholische wesensart in der (ich benutzte jetz den verpöhnten begriff-) indie-szene auf eine bisher unerhörte weise. unter anderem auch, weil sie entgegen der von bands wie mia geprägten wir-singen-deutsch-weil-wir-uns-auf-eine-neue-art-deutsch-fühlen-manier englisch satt deutsch singen. und man auch nicht immer alles verstehen soll und will. dabei wird die stimme an vielen stellen auf the devil, you me zum instrument, an anderen stellen steht sie dann aber wieder für sich allein und ist “einfach” nur eingängig, um sich mehrere tage lang im ohr festzusetzten.
gravity won’t get me
the notwist ist eine der wenigen bands, die sich sowohl textlich als auch musikalisch nahezu auf der gleichen ebene befinden-auf einer anspruchsvollen nämlich. die an fast allen stellen gleich „weit“ sind, sozusagen. wenn man diese beiden ebenen -text & musik-vergleichen möchte. man hat nicht das gefühl, dass die musik hinter den texten (tiefsinnig sind sie, wie sollte es anders sein) zurückhingt. diese entwicklung allerdings hat sehr viel zeit in anspruch genommen, schaut man sich die bandbiografie an.
die ständige weiterentwicklung ihrer musik haben the notwist ihrer großen experimentierfeude mit nahezu allen musikalischen sparten zu verdanken. meiner meinung nach haben sie fast alle musikalischen richtungen durchlaufen. von hardcore-garagepunk bis jazz, von rock/pop bis elekrogefrickel. all diese elemente sind immernoch irgendwo zu hören, bzw. man findet sie immernoch in zum teil verarbeiteter form zumindest auf den letzten beiden alben wieder.
der trend zur großen mit orchester gekoppelten arrangierung existiert ja bei zahlreichen bands. oft ist der orchstrale sound dort aber nur schmückendes beiwerk. bei the notwist ist er oft mittel zum zweck und fügt sich ohne jegliche berührungsängste in den gesamtzusammenhang ein.
das integrieren verschiedener musikalischer richtungen und dabei gleichzeitg ihren ganz eigenen notwist-typisch-untypischen sound zu kreiren-darin sind the notwist schon immer ganz groß gewesen.