„What difference a difference can make.“

 

Pop. Das ist das Wort, was mir zur neuen Yo La Tengo-Platte “Popular Songs” einfällt. YLT schaffen es wiedermal sehr eingängiges Songmaterial zusammenzuschreiben und verfolgen ihren ganz eigenen Pfad auf dem Weg zur Interpretation des Wortes Pop. Auch wenn es natürlich auch rockige Momente auf diesem Album gibt, bleiben YLT auf ihre ganz eigene sympatische Weise immer „gesittet“. An anderen Stellen sind viele der Songs wieder so verträumt, so harmonisch, so poppig, dass diese Attitüde nur manchmal kurz augenzwinkernd von einigen Gesangseinwürfen zum Beispiel in „If it’s true“ gebrochen wird, die sehr auf alltbekanntes aus der Belle & Sebastian- Richtung verweisen.

Insgesamt ist auf dieser Platte soviel Pop bis Gesäusel wie auf allen vorherigen YLT-Platten zusammen vorhanden. Es ist schon fast zu harmonisch an manchen Stellen. Hier und da wuchtet sich mal eine verzerrte Gitarre dazwischen, was sich dann auch an mancher Stelle zu einer 8-9- minütigen  Einlage türmt, aber nur durchzublitzen scheint, um an die früheren Zeiten zu erinnern. Sozusagen. Sonst gibt es viele von früher gewohnte Momente auf diesem Album.

YLT werden mit „Popular Songs“ sicher keine neuen Fans dazugewinnen, aber sie werden auch keine verlieren, und die  „alten“ bei der Stange halten.

YLT bleiben beim altbekannten, geschätzten Lofi. Wer weiß, wie sie klingen würden, wären sie allzu weit weg von ihren gewohnten Fahrwassern unterwegs. Experimente waren noch nie die Sache YLTs. Aber das ist andererseits auch etwas, was man als langjähriger Fan irgendwie schätzt.

Ich möchte an dieser Stelle dabei bewusst das Wort Stagnation vermeiden, obwohl es die musikalische Entwicklung bzw. Nichtenwicklung dieser Band über die Jahre hinweg wohl am ehesten beschreiben würde. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Warten wir ab, was die nächste Platte bringt. Vielleicht kommt es ja doch irgendwann noch mal zu einer Art musikalischen Revolution seitens YLTs. Zu hoffen wäre es manchmal.

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