Das Bob Dylan-Gen

Ian Fisher ist im klassischen Sinne das, was man unter einem Vollblutmusiker versteht. Alle Emotionen, über die er in seinen vielen bisher erschienen Songs singt, alle Akkorde, die er auf seiner Akustikgitarre anklingen lässt, sind einmalig und unglaublich authentisch. Authentizität ist ein rar gesätes Gut, schaut man sich den kommerziell bestehenden Musikmarkt in Deutschland an. Da ist Ian Fisher geradezu eine Erfrischung.

Seine Musik klingt zu 100% handgemacht, und manchmal auch etwas alt. Woody Guthrie ist einer der Musiker, die Ian, wenn es um die Frage geht, welche musikalischen Vorbilder er hat, nennt. Und auch das Bob Dylan- Gen scheint tief in ihm verwurzelt zu sein. „I like it simple.“, hat er mal bei einem Interview gesagt. Und diese Aussage ist absolut Programm. Wobei Einfachheit hier nie mit Naivität gleich zu setzten ist. Fishers Musik schafft es, viele Uremotionen, die jeden Menschen mindestens einmal in seinem Leben umtreiben, zielsicher auf den Punkt zu bringen. Seine Musik vermag dabei das Wunderbare zu schaffen, was nur Musik kann. Nämlich das Alte neu zu erschaffen. Die schon selbst einmal erlebten Emotionen werden durch Ians einmalige Songbrille auf einmal einzigartig und zerbrechlich schön.

Auch live üben seine Songs einen unheimlichen Sog aus, dem man sich als Publikum kaum entziehen kann. Fast keiner der vergangenen Monate verging, ohne dass Ian die Stadt Berlin nicht mit einem  seiner Konzerten beehrte. Fast scheint es, als wolle er der gesamten Stadt unwiderruflich seinen musikalischen Stempel aufdrücken. An der hohen Frequenz seiner gespielten Live-Gigs merkt man auch, dass Fisher anscheinend nicht nur gern auf der Bühne steht, sondern, dass dieser Moment auch eine große Bedeutung für ihn persönlich hat. Und ohne wirklich die Folk-Schublade aufziehen zu wollen, das ist wohl auch ein zentrales Element im Folk, der Kontakt, die Nahbarkeit zum Publikum. Live kommt noch mehr als bei einer angehörten Aufnahme die unglaubliche Leidenschaft zum tragen, die allen seiner Songs innewohnt. Oft hat man dabei das unbestimmte Gefühl, dass er buchstäblich um sein Leben singt. So ein engagierter Musiker ist selten, auch in Berlin. Er hätte es verdient, dass sein Potenzial im großen Rahmen honoriert werden würde.

Nachzulesen und natürlich zu hören ist das Ganze dann unter:

 http://ianfisheronline.com/

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